Ich fange an zu spielen, op. 20

› sehr leicht bis leicht
Komponist: Feliks Rybicki
›››› 2 Hände

26 sehr leichte Spielstücke für Klavieranfänger vereint dieses Notenheft. Zum ersten Mal 1957 veröffentlicht, läßt es vermuten, dass ich mit meiner obigen Aussage gar nicht so falsch liege. Meine hier abgebildete Ausgabe ist aus dem Jahr 2010, also eine neuere Auflage.


Das Heft ist dreisprachig (polnisch • englisch • deutsch).

Die Taktartangabe steht zwischen den Zeilen.

In vielen der Stücke spielen beide Hände aus dem Violinschlüssel.
Die Lage der Hände ist der C-Dur 5-Tonraum (links c‘ – g‘ / rechts c“ – g“). Dennoch kommen auch schon Vorzeichen vor.

Die ersten beiden Stücke haben noch keine Dynamik oder artikulatorische Hinweise. Danach geht’s dann Schlag auf Schlag.

1. Pierwsze kroki • First Steps • Erste Schritte

  • Moderato
  • 2/4-Takt
  • C-Dur
  • 16 Takte
  • 2-teilig (quasi wie Vorder- und Nachsatz), beide Teile à 2 Phrasen mit je 4 Takten
  • im Notenbild schön erkennbar: pro Phrase eine Zeile
  • beide Hände spielen aus dem Violinschlüssel, aber gleich von Anfang an zusammen
  • beide Hände spielen dasselbe – gespiegelt
  • in der 1. und 3. Phrase den gebrochenen C-Dur Dreiklang
  • in der 2. und 4. Phrase die Töne dazwischen (d & f), zum Phrasenende kommen e & g bzw. c dazu
  • die beiden letzten Takte sind nicht mehr gespiegelt, sondern verlaufen parallel und enden in der linken Hand in der Terz c’/e‘
  • über jedem Ton steht der Fingersatz
  • keine artikulatorischen Angaben
  • keine Dynamik
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    2. Kłótina • A Quarrel • Der Zank

  • Andantino
  • 4/4-Takt
  • C-Dur
  • 16 Takte
  • 2-teilig (quasi wie Vorder- und Nachsatz), beide Teile à 2 Phrasen mit je 4 Takten, wobei die Phrasen nochmal in je zwei Phrasen à zwei Takte unterteilt sind
  • im Notenbild schön erkennbar: pro Phrase eine Zeile
  • beide Hände spielen aus dem Violinschlüssel
  • beide Hände spielen fast dasselbe – gespiegelt
  • in der 1. und 3. Phrase eine kleine (3-Ton-)Melodie, beginnend mit den fünften Fingern, …
  • … die jeweils in der 2. und 4. Phrase zum Ende gebracht wird (also: 5-4-3 / 4-3-2 / 3-2-1. Die Kombination 5-4-3 wird am häufigsten trainiert…)
  • allerdings ist das Ende der 2. und 4. Phrase knifflig: durch die nunmehr ›gewohnte‹ (gespiegelte) Gegenläufigkeit, müssen die Spieler sehr aufpassen und plötzlich ganz anders agieren
  • auch hier steht über jedem Ton der Fingersatz
  • keine artikulatorischen Angaben
  • keine Dynamik
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    3. Przechadzka • A Stroll • Ein Spaziergang

  • Andante (›gehend‹ – gut gewählt zum ›Spaziergang‹)
  • 4/4-Takt
  • C-Dur
  • 16 Takte
  • 2-teilig (quasi wie Vorder- und Nachsatz), beide Teile à 2 Phrasen mit je 4 Takten, wobei die Phrasen nochmal in je zwei Phrasen à zwei Takte unterteilt werden können
  • im Notenbild schön erkennbar: pro Phrase eine Zeile
  • beide Hände spielen aus dem Violinschlüssel
  • jetzt wird’s richtig knifflig: das Notenbild suggeriert den Spielern ›Ah – wieder gespiegelt, das kennen wir ja schon! 😀 ‹ – aber weit gefehlt: Beide Hände spielen zwar gegenläufig, aber nun nicht mehr genau gleich, also gespiegelt. Sie müssen hier jeweils andere Finger zusammenbringen. (So werden die schlauen kleinen Klavierspieler zum genauen Notenlesen »gezwungen« 😉 )
  • im vorletzten Takt hat die rechte Hand einen ersten Doppelgriff (h’/g“) und somit auch einen ersten neuen Ton (h‘)
  • die linke Hand endet wieder in der Terz c’/e‘
  • nicht mehr über jedem Ton steht ein Fingersatz, er wird bei sich wiederholenden Abschnitten weggelassen
  • Artikulation: Legatobögen
  • das Stück soll im piano gespielt und innerhalb der Phrasen soll crescendo und decrescendo ausgeführt werden
  • zu Beginn des zweiten Teiles (3. Phrase) wird ein sforzato (sf) verlangt (Erst im nächsten Stück wird ein ganz normaler Akzent (>) vorgeschrieben.)
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    4. Na hustawce • On a Swing • Auf der Schaukel

  • Allegro
  • 3/4-Takt
  • C-Dur
  • 16 Takte
  • 2-teilig (quasi wie Vorder- und Nachsatz), beide Teile à 2 Phrasen mit je 4 Takten
  • warum hier nicht mehr pro Phrase eine Zeile benutzt wird, ist nicht ersichtlich, vielleicht sollen die Lernenden auch an andere Notenbilder gewöhnt werden
  • beide Hände spielen aus dem Violinschlüssel
  • die rechte Hand übernimmt die Melodie, während die linke eine Begleitung aus gebrochenen Dreiklängen spielt
  • hier wird der Tonraum in der linken Hand erweitert: der Daumen muß auf’s as‘ (was nicht nur ein leichtes nach-vorne-Gehen des Armes, sondern auch eine kleine Drehung im Handgelenk zur Folge hat – und Schwupps – schon haben wir eine »Schaukel«bewegung. Eine mögliche Vorübung: der fünfte Finger bleibt auf der Taste fixiert (Arm und Hand bleiben unbeteiligt locker, dieses Gewicht trägt der Fünfte) und wird als Drehpunkt benutzt, damit der erste Finger lernt, bequem auf die schwarze Taste zu kommen – hin und her & hin und her)
  • in der Tiefe kommen das kleine h und das kleine g hinzu – Hilfslinienlesen
  • ein echt verzwicktes spieltechnisches Problem haben wir vom siebenten zum achten Takt in der linken Hand:
    Hier haben wir eine größere Spreizung der Hand und zwei mögliche Fingersätze: entweder es wird mit dem Daumen, im Grunde wie gewohnt, gespielt, was aber zur Folge hat, dass der Daumen zum neuen Takt auf’s g‘ rutschen muß um legato zu spielen. Würde sogar gut klappen, da das Ziel eh die eins des Taktes ist, ein Schwerpunkt. Oder wir versuchen mit dem zweiten Finger auf das as‘ zu kommen, dadurch haben wir den Daumen frei und können untersetzen und dadurch gut weiter zum kleinen g kommen. Ich denke, dass wäre die flüssigere Variante, die zwar mehr Arbeit bedeutet, aber die Musik runder klingen läßt.
  • die linke Hand endet wieder in der Terz c’/e‘
  • hier stehen nur noch die wesentlichen Fingersätze, in der linken Hand ein bißchen ausführlicher, da ja noch die dazugekommen Töne ungewohnt sind
  • Artikulation: Legatobögen, Staccatopunkt und Akzent. Die Legatobögen geben hier nur kleinste artikulatorische Hinweise, also eine schon etwas komplexere Spielweise. Nimmt man sie sehr genau, wird das Stück gleich richtig schwierig. Die Dreiklangsbegleitung hat an nur zwei Stellen einen kurzen Legatobogen zwischen je zwei Tönen, ansonsten nicht, was eigentlich bedeutet, das abgesetzt gespielt wird. Demnach müssen die Kinder rechts eine Mischung aus legato und staccato spielen, während gleichzeitig die linke Hand abgesetzt spielt – eine echt große Herausforderung!
  • das Stück soll im piano gespielt und innerhalb der Phrasen soll crescendo und decrescendo ausgeführt werden
  • zu Beginn des zweiten Teiles (3. Phrase) wird ein sforzato (sf) verlangt
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    Feliks Rybicki
    Ich fange an zu spielen, op. 20 (Laßt euch nicht vom angezeigten Cover irritieren. Dies sind noch die älteren Ausgaben…)
    Grafische Gestaltung von Marcin & Janusz Bruchnalski

    PWM Edition
    PWM 5630